Institut für Funktionelle Grenzflächen (IFG)

Organspezifischer Wirkstofftransport

Bei der Entwicklung potenzieller Arzneimittel spielt deren selektive Wirkung eine ausschlaggebende Rolle. Die Idee besteht darin, dass der Wirkstoff seine Funktion erst im Zielgewebe entfalten soll. Durch die unspezifische Wirkung von beispielweise Chemotherapeutika in der Krebstherapie kommt es zu heftigen Nebenwirkungen, wodurch der Heilungsprozess erheblich erschwert wird. Die Behandlung von neurodegenerativen Krankheiten wie Alzheimer-Syndrom oder Morbus Parkinson ist durch die Undurchlässigkeit der Blut-Hirn-Schranke für die meisten Medikamente beschränkt. Aus diesen und noch vielen weiteren Gründen steht Organ Targeting im Fokus der aktuellen Forschung. Unser Schwerpunkt liegt momentan in der kombinatorischen Synthese und dem Hochdurchsatz-Screening von zellpenetrierenden Peptoiden (CPPos). Diese sind Mimetika der bereits etablierten zellpenetrierenden Peptide (CPPs), zeichnen sich allerdings aufgrund ihrer Struktur durch eine wesentlich höhere Bioverfügbarkeit aus. Mithilfe von CPPos ist es möglich, niedermolekulare Wirkstoffe gewebespezifisch in die Zelle zu transportieren. Weiterhin beschäftigt sich unsere Arbeitsgruppe mit metallbasierten nanoskaligen Systemen, die zum zielgerichteten Transport von Wirkstoffen dienen und außerdem photoaktivierbare Eigenschaften besitzen, die in der photodynamischen Krebstherapie Anwendung finden können.